Freitag, 2. Oktober 2015

Besuch auf dem Bauerhof

Bild von www.hofkaese.de

Vor kurzem habe ich von dem Projekt "Milch- & Käsestraße MV" gelesen, welches Bauernhöfe von Molkerei- und Käseprodukten unterstützt. Nach Angaben des Verbandes für handwerkliche Milchverarbeitung e.V. (VHM) gibt es bereits in mehreren Bundesländern ein solches Projekt. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Verarbeitung von tragfrischer Milch vom eigenen Betrieb oder aus dem eigenem Dorf und die handwerkliche Herstellung der Produkte. Die Milch- & Käsestraße verbessert so zu einem die Vermarktung in MV und geht dem zur Zeit strittigen Thema der Milchpreise aus dem Weg. In diesem Jahr ist es mit den Milchpreisen besonders schlimm, die Bauern gehen auf die Barrikaden, da sie mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Milch nicht mehr kostendeckend wirtschaften können. 


Vor 1,5 Jahren lag der Milchpreis pro Liter noch bei 40 Cent, in diesem Jahr lag er sogar unter 28 Cent pro Liter. Doch seit Oktober kommen die Discounter den Bauern schon etwas entgegen und haben den Literpreis um 5 Cent angehoben. Ein Tropfen auf dem heißen Stein.

                                 Bild von www.hofkaese.de
 Zwar haben die Mitglieder der Milch- & Käsestraße höhere Preise (hier 1,20 €/L), aber wenn man frische Milch vom Hof nebenan kaufen kann, zahlt man doch gerne mehr. Außerdem unterstützt man so die Höfe seiner Region und toleriert deren harte Arbeit. 

Und so kam ich auf die Idee einen meiner Bauernhöfe aus der Umgebung zu besuchen und den Mitarbeitern während der Arbeit auf die Finger zu schauen und die Tiere kennenzulernen. Also besuchte ich Claudia Resthöft´s Hof Käserei "Alter Pfarrhof" in Elmenhorst, zwischen Stralsund und Greifswald. Seit 2005 ist Claudia Pächterin der gesamten Hofanlage. Zusammen mit Ihren fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewirtschaftet Sie 180 Hektar Land, auf dem sowohl Brotgetreide als auch Futtergetreide angebaut werden.


Neben den 41 Milchkühen, die die wertvolle Biomilch liefern, gibt es noch 
9 Schweine, zahlreiche Katzen und natürlich einen Hofhund. 


Gleich bei meiner Ankunft wurde ich von den süßen kleinen Mullekätzchen 
begrüßt und fühlte mich pudelwohl. Die Hof-Atmosphäre war einfach fantastisch, 
die Sonne hat gestrahlt, der Hof ist wirklich schön gelegen und alles wirkte 
sehr einladend auf mich. Auch Claudia begrüßte mich herzlich und 
lud mich zum Umsehen und Mitmachen ein. 


So konnte ich mit einem der Mitarbeiter raus auf die Weide gehen und helfen 
die Kühe zum Melken rein zutreiben. Dies stellte sich leichter dar als gedacht, 
denn die Kühe folgten dem Mitarbeiter aufs Wort und so ging es in Reih und 
Glied zurück zum Hof. 


Hier konnte ich mich das erste Mal in meinem Leben beim Melken versuchen. 
Durch diverse TV Sendungen stellte ich mir dies relativ schwierig vor, doch 
gleich beim ersten Versuch hat es geklappt. Doch bevor es ans Melken gehen 
kann mussten noch einige Arbeiten durchgeführt werden. Jede Zitze jedes Euters, 
jeder Kuh muss gereinigt werden, bevor die Melkmaschine angeschlossen 
werden kann. Bei 41 Kühen eine langwierige Aufgabe, die geübte Hände 
aber schnell vollbringen, auch wenn nicht jede Kuh stillhält. Je nach 
Jahreszeit und Fressverhalten können so in einem Melkgang von 
130 - 350 Liter Milch gewonnen werden.


Aus der Biomilch wird dann in der eigenen Hofkäserei in Handarbeit 
Joghurt, Quark, Butter und naturbelassener Rohmilchkäse hergestellt. 
Bei der Verarbeitung wird der Milch nur naturreines Lab, Milchsäurekulturen, 
Salz und ggf. Bio-Kräuter aus eigenem Anbau zugesetzt. Die Milch wird 
für den Käse teilweise entrahmt, sodass der fertig gereifte Käse nur noch 
einen Fettgehalt von mind. 45 % hat. 


Der Käse wird dann nach einer Reifezeit von ca. 6 Wochen im eigenen 
Hofladen neben diversen Wurstwaren, Brot, Kuchen, Butter, Quark - 
und Joghurtprodukten verkauft. Vorbeischauen lohnt sich alle Mal. 
Also unterstützt auch eure Bauern aus der Region.


Auch ich habe einen riesen Einkauf getätigt und konnte so ein 
leckeres Abendbrot genießen und den tollen Joghurt und Quark als 
"Breakfast to go" fürs Büro zubereiten.

Den Unterschied werdet Ihr schmecken!!!

Einen weiteren Regionalen Post vom Imker findet Ihr hier

Kommentare:

  1. Wirklich schön. :) So ein richtiger Biohof ist schon etwas besonderes.

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  2. Was für tolle Bilder!! Ich war letztes Jahr auf dem Bauernhof des Onkels meines Verlobten und ich war verzaubert - man taucht einfach in eine andere, wundervolle Welt ein!! Vor allem die Tiere haben es mir angetan, ich war so glücklich, als ich sie streicheln durfte!!

    Alles Liebe
    Anna von LianaLaurie

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    1. Ich fand das auch richtig spannend, besonders das melken :-) Ist immer wieder ein Erlebnis wert, besonders wenn man dann auch noch Kinder hat, und die dann Hautnah dabei sein dürfen^^

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  3. Hallo,

    das sieht schon herrlich aus und so richtig zum Abschalten. Schöner Bericht
    lg
    Tanja

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    1. Ja solange man "NUR" Besucher ist und nicht morgens so früh raus muss um die Tiere zu versorgen ist es Erholung und man kann es genießen^^ Hat echt Spaß gemacht

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  4. Das sieht lecker aus xD Das mit den Zitzen habe ich in einer Zeitung gelesen und war anfangs überrascht. Andererseits sind Kühe Hochleistungsportler und auch bei ihnen muss man darauf achten, dass keine unnötigen Keime vorhanden sind....

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