Freitag, 4. Mai 2012

Sojamilch selber machen 豆乳


Als ich neulich wieder im Internet gestöbert habe, bin ich beim einkaufen über Sojabohnen stolpert und da kam mir die Idee doch einmal Sojamilch selbst herzustellen. Denn eigentlich ist das ja ziemlich einfach…..

Für die Herstellung habe ich folgende Zutaten verwendet: 500g gelbe Sojabohnen (asia-shop-danqis = 1kg für 1,89€), 4 EL Honig, viel viel Wasser
Materialien: einen großen Topf, eine Schüssel, eine Kaffetasse, ein großes Sieb, ein Geschirrhandtuch, ein Standmixer(Pürierer) und zum abfüllen leere Flaschen


Die Bohnen in eine Schüssel geben, fließendes kaltes Wasser darüber laufen lassen, bis die Schüssel gefüllt ist. Gießt das Wasser ab & füllt die Schüssel erneut, rührt die Bohnen um, damit sich der Schmutz löst. Den Vorgang wiederholen, bis das Wasser klar bleibt. Zum Schluss die Bohnen in der Schüssel mit frischem Wasser bedecken. Das Wasser sollte ca. 5-6 cm über den Bohnen stehen, da diese sich noch vollsaugen. Nun müssen die Bohnen 10 Stunden einweichen, in dieser Zeit verdoppelt sich das Volumen der Bohnen.
Nach 10 Stunden müsst ihr überprüfen ob die Bohnen wirklich schon so weit sind. Dafür müsst ihr eine Bohne durchschneiden. Wenn die Bohne flach und in der Mitte von einheitlicher Farbe ist, sind die Bohnen fertig. Sollte sie noch etwas gelblich sein müssen sie noch weiter einweichen. Aber Achtung, wenn die Haut der Bohnen Bläschen wirft, dann wurden die Bohnen zu lange eingeweicht!
Wenn die Bohnen fertig sind das Wasser abgießen. Nun habe ich immer eine Tasse Bohnen zusammen mit 3 Tassen Wasser zusammen püriert. Lasst den Mixer mindestens 2 Minuten durchgängig laufen, damit wirklich alles komplett püriert wurde.
Jetzt brauchen wir den großen Topf, nehmt lieber einen zu großen Topf als einen zu kleinen, warum erkläre ich euch später. Auf diesen Topf setzt ihr nun das Nudelsieb und dieses legt ihr wiederrum mit einem Geschirrhandtuch aus. Gießt nun den Sojabrei in das Handtuch.
Jetzt kommt der schwierigste und anstrengendste Teil des ganzen Verfahrens.

Da das durchlaufen wahrscheinlich Tage dauern würde müsst ihr diesen Prozess nun beschleunigen, indem ihr das Handtuch in die Hand nehmt und die Milch langsam herauspresst.
Wie gesagt dieser Prozess geht extrem auf die Daumen und Arme *lol* ich hatte nächsten Tag Muskelkater. Also diejenigen, die das zum ersten Mal machen würde ich ggf. die Hälfte der Sojabohnen zum herstellen empfehlen^^
Wringt nun das Handtuch aus, sodass der dickflüssige Brei im Handtuch bleibt und die gute Milch im Topf landet.
Im Handtuch bleibt nun das sogenannte Okara zurück. Schmeißt dieses nicht weg, denn es ist genauso wertvoll wie eure gewonnene Milch (unten mehr).
Wiederholt den Prozess mit dem pürieren (1 Tasse Bohnen auf 3 Tassen Wasser) so oft, bis eure Bohnen alle sind.
Jetzt wo ihr alle Bohnen Püriert und im Handtuch ausgewrungen habt (an dieser Stelle dürft ihr euch einmal auf die Schulter klopfen) kann eure Milch weiter verarbeitet werden. Damit ihr nach dem trinken keine Bauchschmerzen bekommt, müsst ihr eure Milch jetzt mindestens 20 Minuten kochen. Gebt nun zu der Milch den Honig dazu und lasst alles durchköcheln. Während des Kochens tötet ihr alle Keime ab. Warum habt ihr so einen großen Topf? Ganz einfach zum Anfang will die Milch überkochen, an dieser Stelle müsst ihr immer gut umrühren. Nach 3-4 Mal hochkochen lässt die Milch auch dies bleiben und köchelt ruhig vor sich hin. Umrühren müsst ihr aber trotzdem da eure Milch sonst anbrennen kann.
Nach den 20 Minuten kochen könnt ihr eure Milch nun vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Anschließend ist sie gebrauchsfertig.

Die während des Abkühlens bildende Haut, „Yuba“ genannt, kann man abschöpfen und mit einer Prise Salz oder Rosinen und Honig essen. Yuba (jap. 湯葉) ist eine proteinreiche Spezialität der japanischen Küche.
Herzlichen Glückwunsch, ihr habt es geschafft^^
Ist doch nicht so einfach wie ich dachte :-)
Nachdem die Milch abgekühlt ist hält sie sich in Flaschen abgefüllt ca. 1-2 Wochen im Kühlschrank. Aus den 500g Sojabohnen habe ich 3 Liter Sojamilch gewonnen, die auch fantastisch mit Kakaopulver schmeckt^^ Einfach lecker, da hat sich der Aufwand doch gelohnt, oder nicht?

Weiterhin hatte ich zum Schluss 1,1Kg Okara erhalten.
Okara ist ein geschmacksneutrales Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Sojamilch anfällt. Es ist der ausgepresste Bohnenbrei, der übrig bleibt, nachdem man die Sojamilch davon getrennt hat. Es lässt sich in der Küche vielseitig verwenden, zum Beispiel als geschmacksneutraler Teigbestandteil in Gebäck oder als Einlage in Suppen und Eintöpfen. Weiterhin lässt es sich zu leckeren Korokken oder Veggieburgern verarbeiten. Er ist reich an Ballaststoffen, Stärke, vollwertigem Eiweiß (3,5%) und gut resorbierbarem Eisen.


Weiterhin kann man das gewonnene Okara auf im Ofen trocknen, dann entsteht je nach Feinheit Sojafleisch oder eben Brösel :-)

 
 

Kommentare:

  1. Interessanter Entstehungsprozess. Scheint etwas aufwändiger zu sein, als Nussmilch zu produzieren. ;-)

    Schmeckt die selbst gemachte Sojamilch ähnlich wie die gekaufte oder ganz anders? Ich frage so dämlich, weil ich gekaufte Sojamilch unter gar keinen Umständen zu mir nehmen kann.*würg* Vielleicht wäre selbst gemachte Sojamilch eine Alternative.

    Ganz liebe Grüsse

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    1. Ich finde schon das sie anders schmeckt, denn hier hat man ja nicht allzuviel Zutaten, die den Geschmack verfälschen können und nach dieser anstrengenden Arbeit muss sie schmecken^^

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  2. Supi, jetzt weiß ich, wie ich kostengünstig an Okara komme, um Maris Rezepte ausprobieren zu können ^^

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  3. Ich würde gerne ein Schlock deiner Sojamilch probieren. :D Hi, hi. Okara brauch ich auch.

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